Wandern Sie 6 km durch den ruhigen Robbenoordwald und die Dijkgatsweide – ein wasserreiches Vogelparadies am Afsluitdijk im nördlichsten Teil Nordhollands.
Vogelparadies am Rande des Polders
Ganz im Norden Nordhollands, direkt am Afsluitdijk, liegt eine Welt, die den meisten Wanderern verborgen bleibt. Die Dijkgatsweide-Route (rot) führt fast sechs Kilometer durch einen üppigen Nachkriegswald, vorbei an kleinen Teichen und seltenen Vögeln, unweit von Wieringerwerf. Es ist ein ruhiger, wenig bekannter Weg mit einer besonderen Geschichte, die sich unter Ihren Füßen verbirgt.
Durch Wald und offene Wiese
Sie starten am Sluitgatweg bei Wieringerwerf. Unmittelbar danach betreten Sie den Robbenoordbos: einen üppigen Sumpfwald mit Erlen, Birken und Buchen. Sonnenlicht fällt durch das Blätterdach, und salzliebende Pflanzen wie die Strandaster gedeihen im feuchten Unterholz. Dieser Wald ist Heimat einer großen Rehpopulation, und die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen eines begegnet, ist groß – besonders früh am Morgen.
Nach einem Waldstück erreicht man den Wierholt: ein halboffenes, hügeliges Naturschutzgebiet, das 2005 auf einer ehemaligen Mülldeponie angelegt wurde. Die gewundenen Pfade und die unerwartete Topografie machen es zu einem überraschenden Erlebnis. Ein Aussichtspunkt bietet einen freien Blick auf die Landschaft.
Dann breitet sich vor Ihnen die Dijkgatsweide aus – eine wasserreiche, offene Fläche mit kleinen Tümpeln, Schilf und salzliebender Ufervegetation. Die ehemaligen Wiesen wurden 2008 in ein Vogelparadies verwandelt. Vom Aussichtsturm aus überblicken Sie die Wiesenlandschaft: Graugänse, Löffler, Watvögel und wer weiß, vielleicht ein Eisvogel, der wie ein blauer Blitz über das Wasser huscht. Der Weg führt dann am Waldrand entlang zurück zum Ausgangspunkt.
Höhepunkte entlang des Weges
- Aussichtsturm Dijkgatsweide – Von diesem Turm aus hat man einen ungestörten Blick auf das vogelreiche Gewässer. Ideal, um Gänse, Watvögel und mit etwas Glück auch Eisvögel zu beobachten. Fernglas nicht vergessen!
- Het Wierholt — Dieses halboffene Naturschutzgebiet entstand 2005 auf einer ehemaligen Mülldeponie und zeichnet sich durch geschwungene Wege und einen Aussichtsrücken aus – überraschend und charaktervoll für einen flachen Polder.
- Rehe im Robbenoord-Wald – Der Wald beherbergt eine große Rehpopulation. Die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung ist am frühen Morgen und in der Abenddämmerung am größten.
Ein Polder mit einer bewegten Vergangenheit
Das Wieringermeer wurde 1930 trockengelegt und zu einem blühenden landwirtschaftlichen Polder ausgebaut. Doch am 17. April 1945 sprengten die sich zurückziehenden Deutschen zwei Deiche: Innerhalb von zwei Tagen wurde der gesamte Polder überflutet. Der neu angepflanzte Robbenoordwald verschwand und starb größtenteils ab. Nach der Befreiung wurde alles neu bepflanzt. Als Geste der Versöhnung schenkte Deutschland dem Wald zwei Rehherden – ihre Nachkommen streifen noch heute dort umher. Die Landschaft selbst erinnert an ihre salzige, feuchte Vergangenheit: Sickerwasser, salzliebende Pflanzen und eine Weite, die an den ehemaligen Meeresboden erinnert.