Ommetje Kwadijkeroog – Rondje door polder en ringdijk

Spazieren Sie 5,2 km entlang des südlichen äußeren Deichrandes von Kwadijk, über den Purmer-Ringdeich und vorbei am ehemaligen Bahnhofsgebäude – eine ruhige Route in Westfriesland.

Reise zurück in die Vergangenheit

Die Kwadijkeroog-Runde (blau) ist eine kompakte, aber überraschend abwechslungsreiche 5,2 km lange Wanderung durch einen vergessenen Winkel der Region Zaanstreek-Waterland. Sie erkunden den südlichen Rand des jahrhundertealten Dorfes Kwadijk, das seinen Namen dem „schlechten“ – schwer instand zu haltenden – Deich entlang der Purmer verdankt. Hier spürt man, wie fließend die Grenze zwischen Land und Wasser ist. Der Rückweg führt über den Ringdeich der trockengelegten Purmer und vorbei am ehemaligen Bahnhof Kwadijk, der von 1884 bis 1938 an der Bahnstrecke Zaandam–Enkhuizen angebunden war.

Zwischen Deich, Polder und Eisenbahn

Sie beginnen in Kwadijk, einem kleinen Dorf in der Gemeinde Edam-Volendam mit weniger als tausend Einwohnern. Sofort spürt man den Unterschied zum geschäftigen Treiben in Purmerend, das sich bald am südlichen Rand erhebt. Der Weg schlängelt sich entlang der Deichstreifen, vorbei an der ehemaligen Banne (dem ehemaligen Gerichtsbezirk) von Kwadijk. Sie wandern auf schmalen Polderpfaden, umgeben von niedrigen Torfwiesen und schilfbewachsenen Gräben. In der Ferne hören Sie das Schnattern von Enten und das Rauschen des Windes im Schilf.

Anschließend führt die Route hinauf zum Ringdeich der Purmer – dem Damm, der das trockengelegte Binnenmeer umschließt. Hier bietet sich ein weiter Blick über die offene Polderebene und die bis zum Horizont reichenden Wiesen. An klaren Tagen kann man die Silhouette von Purmerend und die Konturen des Markermeers erkennen. Auf dem Rückweg Richtung Kwadijk passiert man den Standort des ehemaligen Bahnhofs. Der kleine Bahnhof hieß ursprünglich Kwadijk-Edam und diente auch als Haltestelle für Dampfstraßenbahn-Fahrgäste aus Richtung Edam. Zwischen 1906 und 1933 verkehrte sogar eine Dampfstraßenbahn von Kwadijk nach Volendam. Im Frühling und Sommer sind die Grabenränder mit Gelben Schwertlilien, Sumpf-Zichorien und verschiedenen Schilfvögeln bewachsen, die ihr Revier markieren.

Höhepunkte entlang des Weges

  1. Äußerer Deichrand von Purmer — Der schmale Landstreifen außerhalb des Purmer-Ringdeichs bietet eine einzigartige Perspektive auf die Polderlandschaft: niedriger als man es wahrnimmt, umgeben von Wasser und Ausblicken.
  2. Purmer-Ringdeich – Der historische Ringdeich bietet einen Panoramablick auf den Purmer. Ein Spaziergang auf dem Deich vermittelt ein Gefühl von Weite, das man hier nicht unbedingt erwarten würde.
  3. Ehemaliger Bahnhof Kwadijk (1884–1938) – Entlang der Strecke passieren Sie das Gelände des alten Bahnhofsgebäudes der Bahnstrecke Zaandam–Enkhuizen. Ein stummer Zeuge einer Zeit, als dieses Dorf ein Knotenpunkt für Eisenbahn und Dampfstraßenbahn war.
  4. Kirche von Kwadijk (1835) – Das Dorf besitzt eine markante reformierte Kirche, die im 19. Jahrhundert eine ältere kreuzförmige Kirche ersetzte. Ein schlichtes, aber unverwechselbares Backsteingebäude, das die Dorfsilhouette prägt.

Ein Dorf, das seinen Namen verdient

Kwadijk verdankt seinen Namen dem „Kwade Dijk“ – einem Deichabschnitt, der im Mittelalter für seinen schlechten Zustand berüchtigt war. Das Dorf selbst entstand als Nachfolger des noch älteren Drei, das durch Torfsenkungen unbewohnbar wurde. Spuren des verschwundenen Drei wurden erst im 20. Jahrhundert bei archäologischen Ausgrabungen wiederentdeckt. Kwadijk blickt zudem auf eine lange Geschichte als Seemanns- und Viehzüchterdorf zurück, eingebettet in die wasserreiche Landschaft von Zeevang, die die Provinz Nordholland so prägt.

Tipps und praktische Informationen

  1. Hunde: Hunde sind auf dieser Route willkommen; bitte behalten Sie sie in der Nähe von Weidetieren auf der Weide im Auge.
  2. Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Der nächstgelegene Bahnhof ist Purmerend. Von Purmerend aus nehmen Sie den Bus nach Kwadijk – so können Sie Ihr Auto zu Hause lassen und direkt in die Buslinie einsteigen.
  3. Markierung: Die Route ist mit blauen Pfeilen und Schildern markiert; folgen Sie der blauen Farbe durch das Dorf und den Polder.
  4. Barrierefreiheit: Die Route verläuft über schmale Deichwege und grasbewachsene Polderpfade; nur bedingt geeignet für Kinderwagen, nicht geeignet für Rollstühle.
  5. Jahreszeit: Während der Brutzeit (März–Juli) ist an den Grabenrändern besondere Vorsicht geboten; Schilfrohrsänger nisten in Wegnähe. Im Herbst und Winter präsentiert sich der Ringdeich in seiner ganzen Schönheit kahl und rau.
  6. Tipp: Verbinden Sie den Spaziergang mit einem Besuch im nahegelegenen Edam (gut mit dem Fahrrad erreichbar), wo Sie ein Café oder einen Käseladen finden.