Entdecken Sie die Amsterdamer Schule in der Stadt. Diese Route zeigt, wie ausdrucksstarke Formen, ornamentales Mauerwerk und Skulpturen in der Architektur von Amsterdam Süd zusammenwirken.
1. Henrik de Keijserplein
Hendrick de Keyser stammte aus einer Bildhauerfamilie. Anfang der 1590er Jahre kam er nach Amsterdam, wo er 1595 Stadtarchitekt und Steinmetz wurde. Er entwarf verschiedene Gebäude, darunter das East India House und die Westerkerk. Letztere wurde nach seinem Tod von seinem Sohn Pieter fertiggestellt und sollte sein berühmtestes Werk werden. Neben diesen Gebäuden entwarf und baute er auch Wohnhäuser für wohlhabende Privatpersonen. Bekannte Beispiele sind das Haus mit den Köpfen (Huis met de Hoofden), das möglicherweise von ihm entworfen wurde, und das Bartolotti-Haus. Ob das Bartolotti-Haus sein Werk ist, ist umstritten. Hendrick de Keyser starb 1621 und ist in der von ihm entworfenen Zuiderkerk begraben. Sein Grabstein ist dort noch heute zu sehen.
2. Genossenschaftsgericht
Dieser Wohnkomplex aus dem Jahr 1927 bestand ursprünglich aus drei Wohnblöcken mit Arbeiterwohnungen, einem Versammlungsraum und einem Lesesaal, der der Emanzipation und dem Bildungsauftrag der Arbeiter dienen sollte. Ein Schlussstein des Bildhauers Jan Trapman über dem Eingang zum Lesesaal, der Bücher, Bäume, einen Schlüssel und eine Schlange darstellt, erinnert noch heute an die ursprüngliche Funktion des Hauptgebäudes als öffentlicher Lesesaal. Trapman ließ sich für seine Skulptur vom Artis Zoo inspirieren. Die alte Bibliothek mit dem grauen Uhrturm steht rechts vom Platz und diente bis in die 1980er-Jahre als öffentliche Bibliothek. Stilistisch ist dieses Gebäude das interessanteste. Der hohe Uhrturm symbolisiert die intellektuelle Förderung der Arbeiter. Die Innenausstattung war erbaulich. Der Versammlungsraum befand sich ursprünglich im Erdgeschoss. In der Mitte des Platzes steht ein kugelförmiges Denkmal zum Gedenken an den Pionier des öffentlichen Wohnungsbaus, Lucas van Buuren. Bevor Sie den Platz verlassen, werfen Sie auch einen Blick auf die abgerundeten Hausecken mit ihren nach unten gerichteten Zinnen.
3. Thérèse Schwartzeplein
Ein wunderschönes Beispiel für die Architektur der Amsterdamer Schule von Michel de Klerk, erbaut zwischen 1919 und 1922. Zu sehen sind vier trapezförmige Häuser mit jeweils sechs Wohnungen. Die beiden oberen Stockwerke verfügen über ein Dachgeschoss mit sanft abfallendem Dach. Die Trapezform schuf eine nach oben hin breiter werdende Öffnung. Zwischen den beiden Dachgeschossen befindet sich ein Balkon. Im zweiten Stock befindet sich ein besonders großes Wohnzimmer, da sich eines der Schlafzimmer im Dachgeschoss befindet. An der Ecke neben Hausnummer 1 ist ein Sandsteinkunstwerk von Jan Heijens aus dem Jahr 1930 zu sehen. Es handelt sich um einen abgerundeten Giebelstein, der während des Baus der Wohnanlage De Dageraad entstand. Er stellt die Ernte dar und zeigt vier Figuren und einen Hahn auf einer Korngarbe. In der Thérèse Schwartzestraat sollten Sie auch die schönen Portiken mit ihren Rundbögen bewundern. Auch hier ist die Verwendung von zweifarbigem Mauerwerk zu erkennen.
4. Berlage Lyceum
Dieser Teil des Berlage-Lyzeums beherbergt zwei bemerkenswerte architektonische Skulpturen von Hildo Krop. Die Details sind schwer zu erkennen, doch sie stellen eine Gruppe menschlicher Figuren dar. Oben sieht man eine schwangere Frau mit einer Weintraube; unten einen Mann mit ausgebreiteten, muskulösen Armen und Beinen. Darüber hinaus gibt es Skulpturen, die Handel, Industrie und Landwirtschaft symbolisieren. All dies verweist auf die zweite Handelsschule, die sich einst an diesem Ort befand.
5. Die Morgendämmerung
Diese Wohnanlage zählt zu den ästhetischen Höhepunkten der Amsterdamer Schule. Der Name „De Dageraad“ prangt in Backstein auf den Fassaden. Die Anlage ist aus drei verschiedenen Backsteinfarben errichtet und zeichnet sich durch asymmetrische Fenster, Türmchen und kleine runde Balkone an den Ecken aus, die von einem Schornstein im Stil eines Dampfschiffs gekrönt werden. Die Dächer erinnern an Meereswellen. Ein Gedenkstein im Eckhaus rechts erinnert an die Architekten Michel de Klerk und Piet Kramer. Die Inschrift im linken Turm ist Pieter Lodewijk Tak gewidmet.
6. Van Woustraat
Auf dem Weg hierher, an der Ecke Talmastraat, befindet sich ein Wohnkomplex mit zwei freitragenden Messingbögen. Diese wurden erst 1987 installiert. Auch Häuser mit trapezförmigen Fenstern sind hier zu sehen. Die Van Woustraat ist nach dem Glockengießer Geert van Wou benannt. In dieser Straße stehen wunderschöne Gebäude mit typischen Merkmalen der Amsterdamer Schule. Das Haus gegenüber der Brücke, das auf der einen Seite von der Jozef Israëlskade und auf der anderen von der Amstelkade begrenzt wird, wurde 1921/22 vom Architekten G. J. Rutgers erbaut. Das Haus weist viele vorspringende Abschnitte auf, die ihm eine gewisse Rhythmik verleihen. Die runden Türme auf dem Dach sind beinahe Kunstwerke aus Ziegelstein.
7. Victorieplein
Auf dem Weg hierher sieht man wunderschöne Gebäude mit Anbauten und Türmchen. Beachten Sie auch die Fenster: jedes in Form und Größe anders. Der Victorieplein hieß früher Daniël Willinkplein, nach dem Dichter Daniël Willink, der unter anderem für *Amstellandsche Arkadia* und andere Schriften über die Schönheit der Stadt bekannt ist. Der Name wurde später zum Gedenken an den Sieg der Alliierten im Mai 1945 geändert. Hier steht auch Amsterdams erster Wolkenkratzer: zwölf Stockwerke und 46 Meter hoch. Das Gebäude wurde zwischen 1930 und 1932 von dem Architekten Jan Staal entworfen. Es weist Merkmale der Amsterdamer Schule, des Funktionalismus und der Neuen Sachlichkeit auf.